EDGARS VINTERS
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Edgars Vinters (1919–2014)        
     Das Künstlermuseum Heikendorf möchte mit dieser Ausstellung den
100. Geburtstag des lettischen Künstlers Edgars Vinters feiern. Bereits
009 hatten wir die Möglichkeit, seine Werke zusammen mit denen seines
Künstlerkollegen Valdis Licitis vorzustellen und damit einen Einblick in die
baltische Kunst zu geben. Die Ostsee als verbindendes Element hilft uns, in
Zusammenhängen zu denken und nicht in nationalen Gegensätzen
verhaftet zu bleiben.
     Vinters wurde 1919 in Riga als einziges Kind des Fassaden- und
Reklamemalers Hermanis und seiner Frau Anna geboren. Schon früh
förderte der Vater die künstlerische Begabung seines Sohnes. In die
Grundlagen der Pastellmalerei wies ihn zudem der Künstler Voldemãrs Irbe
ein. Dieser vermittelte ihm auch die Liebe zur Natur und schärfte seinen
Blick auf das vermeintlich Unbedeutende. Zudem ermuntere der Maler
Hugo Kãrlis Grotuss den jungen Mann noch vor dem Abitur 1940 dazu, mit
mehr Frische und Farbe sowie helleren Malgründen zu arbeiten. Vinters
besuchte nach seiner Schulzeit bis 1944 die lettische Kunstakademie und
studierte u.a. bei den Professoren Jänis Kuga und Leo Svemps. Seine
Studienzeit endete abrupt mit der Einberufung zur lettischen Legion. Schon
bald geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
     Vinters kehrte 1946 in das sowjetisch besetzte Lettland zurück. Nunmehr
musste er sein künstlerisches Schaffen unter neuen Gegebenheiten
fortsetzten. Von Anbeginn lehnte er es ab, der kommunistischen Künstler-
gemeinschaft beizutreten und im Stile des Sozialistischen Realismus zu
malen. Unter der sowjetischen Herrschaft in Lettland ab 1940 war der
Sozialistische Realismus Ausdruck für die revolutionäre Umgestaltung der
bisherigen Gesellschaftsordnung und Lebensformen. Mit der Ablehnung
dieser Ausdrucksformen rückte Vinters also an den äußeren, überhaupt
nicht mehr geförderten Rand der lettischen Kunstszene.
     Durch seine Lehrtätigkeit an einer Oberschule in Riga konnte sich der
Künstler, der 1951 seine Kollegin Helma Krause heiratete und mit ihr 1958
einen Sohn bekam, ein bescheidenes Auskommen sichern. Als Kunst-
schaffender war es ihm möglich, losgelöst vom staatlich organisierten
Kunstbetrieb durch selbst organisierte Ausstellungen Liebhaber seiner
unbeirrbaren Malerei zu gewinnen. Nach einer langen Zeit des erlebten
Ausgeschlossen-Seins aus dem Kunstgeschehen Lettlands, gilt Vinters
heute als einer der bedeutendsten Landschaftsmaler des Landes.
Lettlands Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1991 wirkte für den Maler
wie eine künstlerische Befreiung. Er erhielt 2009 als Anerkennung seines
malerischen Schaffens den Drei-Sterne-Orden im Range eines Offiziers
aus der Hand des  Präsidenten Valdis Zatlers. Zudem gibt es seit 2017 das
„Edgars Vinters Studio“ in Dunte nördlich von Riga an der Rigaer Bucht,
das an das dortige Münchhausen-Museum angebaut wurde.
     In Dunte, dessen umgebende Landschaften den Freilichtmaler immer
wieder anregten, werden auch Blumenstillleben und Stadtansichten des
Künstler präsentiert, genau wie derzeit in Heikendorf. Wie bereits die
Impressionisten ihre Ateliers verließen, um draußen – in der freien Natur –
zu malen, so zog es auch Vinters ganz unbeeindruckt von der jeweiligen
Wetterlage zum Arbeiten nach draußen. Er malte überwiegend in Öl auf
Karton, fertigte aber auch Aquarelle und Monotypien an.
    Seine stimmungsvollen und lichterfüllten Impressionen der Wälder,
Flüsse und Küstenstreifen, der Wege und Stadtlandschaften der Umge-
bung von Dunte sind schnell in lockeren Pinselhieben gesetzt und durch
markante Lichtflecken atmosphärisch zum Leuchten gebracht. Anders als
die Franzosen (Monet, Pissarro, Sisley, Degas oder Renoir) löste Vinters
die Körperlichkeit und Festigkeit der Dinge nicht auf. Statt bewegter
Farbenhülle und einer Auflösung in eine Vielzahl kleinster Farbflecken
bleiben die Landschaften des lettischen Künstlers verdichtet, fest und dem
Lokalkolorit angenähert. Seine Kunstauffassung steht damit den deutschen
Impressionisten wie Corinth, Liebermann, Slevogt oder Trübner wesentlich
näher. Eine leuchtende Farbfülle besitzen auch die strahlenden Blumen-
stillleben, deren Motive Edgars Vinters oft in seinem naturbelassenen
Garten fand.  
   Seine stimmungsvollen und lichterfüllten Impressionen der Wälder,
Flüsse und Küstenstreifen, der Wege und Stadtlandschaften der Umge-
bung von Dunte sind schnell in lockeren Pinselhieben gesetzt und durch
markante Lichtflecken atmosphärisch zum Leuchten gebracht. Anders als
die Franzosen (Monet, Pissarro, Sisley, Degas oder Renoir) löste Vinters
die Körperlichkeit und Festigkeit der Dinge nicht auf. Statt bewegter
Farbenhülle und einer Auflösung in eine Vielzahl kleinster Farbflecken
bleiben die Landschaften des lettischen Künstlers verdichtet, fest und dem
Lokalkolorit angenähert. Seine Kunstauffassung steht damit den deutschen
Impressionisten wie Corinth, Liebermann, Slevogt oder Trübner wesentlich
näher. Eine leuchtende Farbfülle besitzen auch die strahlenden Blumen-
stillleben, deren Motive Edgars Vinters oft in seinem naturbelassenen
Garten fand.

 

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