IRMGARD NIEPER-WACHS
         
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Irmgard Nieper-Wachs (1884-1972)
Eine Künstlerin besonderer Art

Es lebe der Lebensmut ...“

Die ungewöhnliche Künstlerin Irmgard Nieper-Wachs schuf ein äußerst
facettenreiches und interessantes Œuvre. Ihre Werke sind in weiten
Kreisen jedoch nahezu unbekannt, da die Künstlerin selbst wenig Wert auf
öffentliche Präsenz legte. An Ausstellungen nahm sie zu Lebzeiten nur sehr
selten teil. Auch später führte ihr Werk eher ein Schlummerdasein.

Früh hat Irmgard Nieper-Wachs versucht, ein selbstständiges und unab-
hängiges Leben als Künstlerin zu führen. Aufgewachsen in Goslar am
Harz, war bei ihr bereits während der Schulzeit eine außerordentliche
zeichnerische Begabung erkennbar. Auch in malerischen wie grafischen
Techniken entwickelte sie bald beachtliche Fähigkeiten, die die Eltern
bewusst zu fördern verstanden. So schickten sie ihre Tochter zum Beispiel
zum Kunststudium nach London, wo sie bei Verwandten wohnen konnte.
Auf diese Weise entwickelte Irmgard Nieper früh ein ausgeprägtes
Selbstverständnis als Künstlerin. In erstaunlicher Selbsteinschätzung
begann sie bereits in Jugendjahren, ihre Arbeiten zu signieren und zum Teil
präzise zu datieren. Nach der Heirat mit Otto Wachs, einem in preußischem
Staatsdienst stehenden Juristen, signierte sie ganz selbstbewusst mit
„Nieper-Wachs“. Doch musste sie sich nun vornehmlich um die wachsende
Familie kümmern und einen repräsentativen Haushalt führen, der der
öffentlichen Stellung ihres Mannes als Landrat in Dithmarschen geschuldet
war. Die künstlerische Betätigung kam in diesen Jahren zu kurz. Auch noch
als sie nach dem Ersten Weltkrieg mit ihrer Familie nach Kitzeberg gekom-
men war und die Villa Luginsee bezogen hatte. Die Bildhauerin Karin Hertz ,
die 1929 mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester nach Kitzeberg
gekommen war und hier ihre Kindheit verbracht hatte, musste morgens
immer durch den Garten der Villa Luginsee rennen, um das Schiff, das sie
nach Kiel zur Schule habe bringen sollen, nicht zu verpassen.

Erst nach der Trennung von ihrem Mann Ende der 1920er Jahre konnte die
Künstlerin zunächst in Kiel und dann in der Nähe von Hanerau- Hademar-
schen einem unabhängigen künstlerischen und Natur verbundenen Dasein
nachgehen. Hier ließ sie sich nach eigenen Ideen ein Haus mit Atelier und
großem Garten bauen. Es entstanden ländliche Sujets, aber auch zahlrei-
che Portraits. Anfang der 1960er Jahre zog sie noch einmal um. Sie zog zu
ihren Töchtern nach Oberbayern, wo sie sich ihr noch einmal ein ganz
neues Motivfeld erarbeitete. Hier starb sie 1972 im Alter von 88 Jahren.

Komplettiert wird die Ausstellung durch Objekte der Kieler Kunst-Keramik,
kurz KKK genannt. Das Kieler Unternehmen produzierte von 1924 bis 1930
vor allem kunstgewerbliche Fein- und Baukeramik von hohem künstleri-
schem Anspruch. Fein- und zierkeramische Objekte waren verschiedenste
Kleinplastiken, aber auch Gefäß- und andere Gebrauchskeramik. Eine
weitere Abteilung beschäftigte sich mit Baukeramik und fertigte Wandplat-
ten, Portalrahmungen, Kachelöfen und Großplastiken. Jedes Objekt
basierte auf einem individuellen künstlerischen Entwurf. Bei der Gründung
der „Kieler Kunst-Keramik A.-G.“ im Jahre 1924 war man bedacht, auf der
Tradition der Kieler Fayence-Manufaktur des 18. Jahrhunderts aufzubauen.
Außerdem hatte man die Absicht, dass in naher Zukunft der Name der
Stadt Kiel mit hochwertigen Fayence-Erzeugnissen in Verbindung gebracht
werde und sich die Stadt auch auf dem Kunstgewerbemarkt ein besonderes
Renommee verschaffe
.
 
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