FÖRDE SPARKASSE
             
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Die Sammlung der Förde Sparkasse – eine Auswahl

     Nach der Hamburger Ersparungskasse (1778) und der 'Ersparungcasse
für das Herzogthum Oldenburg' (1786) wurde die Kieler Spar- und Leihkasse
am 1. Juli 1796 als dritte Sparkasse in Deutschland gegründet. Als Kiel
Marinestadt und 1871 Reichskriegshafen wurde, stieg die Bevölkerungszahl
rasant. Dies hatte auch Folgen für die Kieler Spar-und Leihkasse. 1873 gab
es drei Mitarbeiter und 1895 bereits zwölf. Mit der Einführung des Bürger-
lichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900 nahm die Kieler Spar- und Leih-
kasse den Charakter einer Anstalt des öffentlichen Rechts an.
     Am 1.Oktober 1990 wurde aus der Kieler Spar- und Leihkasse die Spar-
kasse Kiel. Um weiterhin wettbewerbsfähig und attraktiv bleiben zu können,
fusionierte am 1. Januar 2007 die Sparkasse Kiel mit der Sparkasse
Eckernförde und der Sparkasse des Kreises Plön. Seitdem trägt sie den
Namen Förde Sparkasse – und damit ist seit 1796 auch schon am Namen
erkennbar, dass sie immer in der Region für die Region tätig war und ist.
     Diese Verbundenheit mit der Region zeigt sich auch in der über Jahr-
zehnte und Jahrhunderte gewachsenen Sammlung, die nun in Ihrer Gesamt-
heit von einem Team professionell inventarisiert und digitalisiert wurde.
Aus dieser Tätigkeit heraus entstand der Wunsch, ausgewählte Kunstwerke
dieser Sammlung im Künstlermuseum Heikendorf vorzustellen.
      Die allermeisten Werke in dieser Ausstellung entstanden zwischen 1950
und 2000 und sind von Künstlerinnen und Künstlern aus Schleswig-Holstein
geschaffen worden. Die Auswahl umfasst sowohl Grafiken in verschiedenen
Techniken als auch abstrakt und gegenständlich gemalte Gemälde. Zwei mit
Licht und Schatten spielende Objekte von Ulrich Behl (geb. 1939) sowie
einige Bronzeplastiken und Skulpturen u.a. von Hans Martin Ruwoldt (1891-
1969), Manfred Sihle-Wissel (geb. 1934) und Jan Koblasa (geb. 1932)
runden den Einblick in diese Sammlung ab
.

 

 

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     Franziska Stubenrauch
     Balanceakt

      Jan Koblasa lehrte von 1969 bis 1997 an der Muthesius Kunstschule Kiel
(heute Muthesius Kunsthochschule). Zusammen mit den Studentinnen und
Studenten seiner Bildhauerklasse schuf er 1985 die Grafikmappe ARCHE
NOAH, die Radierungen, Holzschnitte und einen Siebdruck enthält und in
einer Auflage von 50 Stück in Kiel herausgegeben wurde. Aus dieser Mappe
werden u.a. Blätter von F. Jörg Haberland (geb. 1958), Zuzana Hlinakova
(geb. 1956), Jochen Schumann (geb. 1949), Susan Walke (geb. 1957) und
Insa Winkler (geb. 1960) gezeigt.
      Eine intensive Folge von Illustrationen zum wohl erfolgreichsten Buch vor
der Reformation, dem 1494 erschienen „Narrenschiff“ von Sebastian Brant,
schuf 1994 mit Rohrfeder der in Molfsee lebende Künstler Christian Imme
(geb. 1952). In Buntstift entstehen dagegen die Fabelwesen von Hans
Ruprecht Leiß, der 1954 in Husum geboren wurde und seit 1977 in Flens-
burg lebt. Aus einer französischen Mappe sind zudem Original-Lithografien
u.a. von André Baudin (1895-1979), Jean Cocteau (1889-1963), Charles
Lapicque (1888-1989), André Masson (1896-1987) und Pablo Picasso
(1881-1973) zu sehen. Picasso hat der jüngst in Laboe verstorbene Franco
Costa, der 1934 in Rom zur Welt kam und sein Architekturstudium in Paris
absolvierte, noch persönlich in der Provence getroffen. Auf Umwegen
gelangte er 1988 nach Kiel und fand an der Förde sein Zuhause.
      In dieser Ausstellung vertritt Otto Herbert Hajek (1927-2005), ehemals
Professor an den staatlichen Akademien der Bildenden Künste in Stuttgart
und Karlsruhe, zusammen mit dem langjährig am IPTS (Landesinstitut
Schleswig-Holstein für Praxis und Theorie der Schule) tätigen Künstler und
Kunsterzieher Eberhard Oertel (geb. 1937) die abstrakte flächig gebundene
Malerei. Ebenfalls abstrakt, aber wesentlich offener und mit Gestus und viel
Material gemalt, sind die großformatigen an Landschaften oder Stillleben
erinnernden Bilder des 1954 in Geesthacht geborenen Malers Thomas
Kleemann, der seit Mitte der 1970er in Berlin lebt. Landschaftsbezüge haben
auch die viel wolkiger, auch lichter und leichter, fast duftigen Malereien von
Karl Fettweis (1933-2006), der enge Kontakte zu Peter Nagel (geb. 1941)
pflegte. Zwischen 1985 und 2004 als Professor für Malerei an der Muthesius
Kunsthochschule in Kiel tätig, vertritt Nagel eine am Gegenstand orientierte
Temperamalerei, die jedoch durch eigenwillige Farb- und Musterkombina-
tionen sowie Perspektivwahlen in der realen Wirklichkeit nicht zu finden sind.
Die jüngere Generation ist durch Werke von Cora Korte (geb. 1961) und
Franziska Stubenrauch (geb. 1953) vertreten. Beide studierten an der
Muthesius Kunstschule. Bei aller Unterschiedlichkeit verbindet ihre Arbeiten
eine große Freude am Fabulieren. Der stilistisch aufgespannte Bogen endet
mit der realistischen Malerei des Berliners André Krigar (geb. 1952). Seine
sonnenbeschienene Strandszenerie lädt zum Verweilen ein und verbildlicht
einen besonderen Anziehungsort unserer Region.
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