KK HEIKENDORF ZWISCHEN DEN KRIEGEN
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 „…so laß Dir nie den Glauben nehmen,
daß
der Normalzustand der Frieden ist…“

(H. Blunck an seinen Sohn Ottheinrich, 1943)

Künstlerkolonie Heikendorf zwischen den Weltkriegen
1914 – 1945

Vor 100 Jahren gingen Matrosen, Arbeiterinnen und Arbeiter auf die
Straße, um sich gegen Hunger und nicht einsichtige Befehle zu wehren
und Frieden, Freiheit und Brot zu fordern. Heute gilt der Matrosenauf-
stand von 1918 als Beginn der Demokratisierung Deutschlands. Aus
diesem Grund sind in Kiel und Umgebung Veranstaltungen geplant oder
haben bereits stattgefunden, die sich mit den historischen Ereignissen,
ihren Voraussetzungen und Folgen, auseinandersetzen.

Dieses Jubiläum gibt auch für das Künstlermuseum den Anstoß, sich mit
dem Schaffen der Künstlerinnen und Künstler der Heikendorfer Kolonie
zwischen den Kriegen zu beschäftigen. Das Ausstellungsteam hat sich
entschieden, dieser Zeit durch einige thematische Schwerpunkte
näherzukommen.

Die Einzelthemen befassen sich mit Heinrich Bluncks (1891-1963)
Aufenthalten in Belgien während des Ersten Weltkriegs und beleuchten
die „Goldenen 20er Jahre“ u.a. mit Werken von Rudolf Behrend (1895-
1979). Der künstlerische Stilpluralismus der 1920er und 30er Jahre
erschließt sich mit den Portraits von Georg Burmester (1864-1936) und
ausgewählten Arbeiten der Künstlerkolonie Heikendorf. Anhand der
gezeigten Landschaften, Tiermotive und Figurengruppen wird dabei der
Einfluss der Klassischen Moderne sichtbar. Diese Präsentation möchte
zudem Fragen nach der inneren Emigration stellen. Ein besonderer
Stellenwert kommt der künstlerischen Aufarbeitung der Kriegserlebnisse
zu, die erst nach 1945 erfolgt ist. Dies zeigen Malereien und
Zeichnungen von Werner Lange (1888-1955), Jeane Flieser (1912-
2007) und Rudolf Behrend. Jeder Künstler hat dafür eine eigene aussa-
gekräftige Formsprache gefunden, die dem Tod ein Bild gibt. Die
Kriegszerstörungen in Heikendorf und die Frage von Flucht und Spät-
heimkehrern werden u.a. durch Werke von Oscar Droege (1898-1983)
berührt. Prägnante Kurztexte erörtern diese Einzelthemen und ergeben
so in ihrer Gesamtheit einen zum Nachsinnen anregenden Einblick in die
Zeit 1914 bis 1945.

Die Ausstellung wird abgerundet durch ein Modell des Bildhauers Fritz
During (1910-1993) und eine Skulptur der in Kronshagen lebenden
Künstlerin Monika Maria Dotzer.

Ein herzlicher Dank gilt allen Personen, die diese Präsentation mit ihren
Beiträgen aus Privatbesitz unterstützt haben

 

 

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